DER LIVE-CODE: KRIEG UND FRIEDEN IM GLOBALEN DORF

Der Live-Code: Krieg und Frieden im globalen Dorf

3 Menschen | 8 Rechner | 5 Beamer | 8 Boxen | 1 Kinect 3D-Kamera || Uraufführung

Ein Theater-Projekt so voll außergewöhnlicher Komponenten, dass die Dreharbeiten mit Schauspielerin Eva Verena Müller im schwarzen 3D-Tracksuit als noch am wenigsten ungewöhnlicher Bestandteil erscheinen. Im Bühnenraum ein Ensemble aus Kabeln und Kameras, Routern und Rechnern – und Menschen: Videokünstler Daniel Hengst, Programmierer Rolf Meinecke und Musiker Martin Juhls haben sich, ihre Geräte und das world wide web zu einem Nervenknoten zusammengeschaltet, in dem die Grenzen zwischen Mensch und Maschine neu untersucht werden.

Alles auf den Spuren jenes Mannes, der als einer der ersten mit aufgeheizten Synapsen seine Gedankenpflöcke im Spannungsfeld zwischen Menschen-Körper und Menschen-Technik einschlug: Marshall McLuhan (1911-1980), genial-exzentrischer „The medium is the message“-Philosoph aus Kanada, der als Begründer der modernen Medientheorie gilt. In seinem Buch Krieg und Frieden im globalen Dorf scheint er bereits 1968 die tektonisch-radikalen Veränderungen der menschlichen Welt in den Dekaden des Informationszeitalters vorauszuahnen:

„Da die neuen Informationsumgebungen direkte Erweiterungen unseres eigenen Nervensystems sind, haben sie eine viel weitergehende Beziehung zu unserer menschlichen Verfassung als die alte, ‘natürliche’ Umgebung. Sie stellen eine Form der Kleidung dar, die nach Belieben programmiert werden kann. Es ist ganz natürlich, dass sie die evolutionäre Arbeit übernehmen, die Darwin in den Zufällen der Biologie erblickte.“

Wohin entwickelt sich die menschliche Evolution? Und: Wer hat Zugriff auf die Werkzeuge der Jetztzeit? Und die der Zukunft?

Im Herzen der multibinären Expedition in die Welt der Codes und Algorithmen: Der Puls der globalen OpenSource-Bewegung. Ihr Vorhaben ist ohne Frage ein epochales: Die technischen Errungenschaften der Menschheit – wichtige Gestalter der Gegenwart – für immer und für jeden frei verfügbar zu halten. Und für jeden veränderbar. Es ist ein Aufruf an Zeitgenossen – aktiver Part der elektronisch-menschlichen Evolution zu sein, statt nur Konsument. Der Appell, am Ball zu bleiben. Die Programmierung der Welt nicht Konzernen und Regierungen zu überlassen.

Und auch nicht den Zugang zu dem, was derzeit als der wertvollste Rohstoff des 21. Jahrhunderts gehandelt wird – mit dem Potential, das Phänomen Menschsein auf völlig neue Art zu durchdringen und gestalten: Die Zettabytes (eine Zahl mit 21 Nullen) an Daten, von Millionen von Individuen, die sich bereits weltweit auf allen möglichen Speichern angesammelt habe. Und nur darauf warten, dass sich die Algorithmen verbessern, mit denen sie extrahiert, analysiert und genutzt werden können. Von wem?

Freitag, 7. Juni 2013, 22.00 Uhr im Studio

Wir danken der Fachhochschule Dortmund – University of Science and Arts, dem Chaostreff Dortmund und dem Studio Hellweg Soest.

Open Source-Software

Bitte beachten Sie:
Wir weisen Sie darauf hin, dass es keine Sitzplatzgarantie gibt.
Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Freitag, 7. Juni 2013, 22.00 Uhr im Studio

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